Der Riesling
Der König der weißen Rebsorten stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima, doch hat er das Zeug zu höchst unterschiedlichen Weinen. Sein Geschmacksbild wird oft mit Pfirsicharoma und lebendiger Frische umschrieben. Doch reicht es vom feinsten, mit weniger als 9 vol.% Alkohol über spritzige, frische und vollmundige Rieslinge. Hinzu kommen die edelsüßen Weine aus der Rieslingtraube, Auslesen und höhere Prädikate, deren Spiel von Frucht, Aroma, Körper, Süße, Säure und deren Langlebigkeit kein anderer Wein der Welt zu bieten hat.
Der Müller-Thurgau
Der Müller-Thurgau, auch Rivaner genannt, stellt geringe Ansprüche an Boden und Klima. Die Weine mit zartwürzigem Aroma und milder Säure sind geschmacklich leicht zugänglich und werden aufgrund Ihrer harmonischen Charaktereigenschaften gerne getrunken. Das macht den Müller-Thurgau zur meistangebauten Rebsorte Deutschlands. Die Weine haben ein angenehmes, muskatähnliches Aroma und erfreuen als trockener Zechwein, als milder Leichtwein oder zu zart-aromatischen Speisen Weinfreunde in aller Welt.
Der Kerner
Im Vergleich zum Riesling produziert die Rebsorte Kerner mehr Trauben und weniger Säure; auch stellt sie geringere Ansprüche an die Lage. Obwohl Kerner meist duftiger, milder und weniger haltbar ausfällt, sorgte die geschmackliche Verwandtschaft mit dem Riesling in fast allen Anbaugebieten für Erfolg.
Die Huxelrebe
Die Huxelrebe ist eine äußerst fruchtbare Sorte, die gewaltige Erträge einfacher Weine ebenso wie überdurchschnittlich hohe Mostgewichte hervorbringt. Die Huxelrebe mit muskatähnlicher Fülle bei geringer Säure ist sehr beliebt zur Erzeugung edelsüßer Weine ab Beerenauslese, denn unter gleichen Bedingungen bringt sie oft 15° Oechsle-Reifegrade mehr auf die Mostwaage als andere.
Der Weißburgunder
Er ist der Aristokrat unter den Burgundern. Aus den grüngelben Trauben werden meist fruchtig frische Weine erzeugt, die rassiger und leichter als die des Grauen Burgunders sind. Durch kühle und langsame Vergärung des Mostes erhalten wir die verführerischen Fruchtaromen der Burgundertrauben im Wein. Im Glas präsentiert sich der Weißburgunder blass bis hellgelb, im Duft zart und verhalten. Typisch ist sein leicht nussiges Aroma.
Der Graue Burgunder
Den Namen "Grauer Burgunder" (Pinot Grigio) trägt diese Rebsorte aufgrund ihrer graubraunen, kleinbeerigen Trauben. Sie gehört zur Burgunderfamilie, deren Ursprung vermutlich bis in römische Zeit nach Westeuropa zurückreicht. Aus den spät reifenden, zuckersüßen Trauben werden körperreiche Weine mit milder Säure und Fruchtnoten von Apfel, Quitte und Nüssen gewonnen.
Der Spätburgunder
Die edle und sehr alte rote Sorte, so vollendet harmonisch sie sich im Glas auch zeigen mag, ist eine der schwierigsten und ungebärdigsten für den Winzer. Sie verlangt viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Kalkige Lagen und warmes, aber nicht zu heißes Klima mag sie besonders. Dann läuft sie zu Hochform auf und lohnt die Mühe mit den schönsten Rotweinen der Welt; vollmundig, samtig, mit einem fruchtigen Aroma und Nuancen von Mandel. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten von der Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis zur schwarzen Johannisbeere. In der Vergangenheit waren die besten deutschen Spätburgunder, auch hochreifen Trauben gewonnen, nicht sehr farbintensiv, mild und gerbstoffarm und von rosaroter Farbe. Neben diesem klassischen Typ gewinnt der "moderne" Spätburgunder mit kräftigem Rot, mehr Gerbstoff und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfaß immer mehr an Bedeutung.
Der Dornfelder
Bei Dornfelder handelt es sich um eine robuste, wenig anfällige Rebsorte, die zu hohen Erträgen neigt. Es werden lockerbeerige Trauben geerntet, die wenig fäulnisgefährdet sind. Die Rebe stellt hohe Ansprüche an den Boden und ist auch den frostgefährdeten Lagen eher abgeneigt. Der Ausbau des Lesegutes erfolgt beim Dornfelder meist zu trockenen bis halbtrockenen Rotweinen. Als frischer Wein zeigt er intensive Fruchtaromen wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder. Er kann aber ebenso im kleinen Holzfass (Barrique) gelagert werden, wodurch mehr die Gerbstoffstruktur des Weines betont wird und die Fruchtaromen zurückge-nommen werden. Die Dornfelder Weine zeigen sich gehaltvoll und harmonisch. Sie sind unschwer an der tiefdunklen Farbe zu erkennen.
Der Regent
Der Regent ist eine relativ neue Rebsorte, die erst seit 1996 zur Qualitätsweinproduktion eingesetzt wird. Sie zeichnet sich durch eine frühe Reife, ein überdurchschnittliches Mostgewicht und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Winterfrösten aus. Durch die meist eher geringen Erträge aber das hohe Mostgewicht ergeben sich gehaltvolle Weine mit moderater Säure. Die Rotweinsorte Regent zeichnet sich durch farbintensive Rotweine mit viel Körper und Tanninstruktur aus. Die Weine erinnern uns an südländische Rotweine.